Das deutsch-amerikanische KI-Verteidigungsunternehmen Walaris, mit einem Entwicklungszentrum in Franken, zeigt im Rahmen der Enforce Tac 2025 erstmalig vor einem breiteren Publikum seine hochautomatisierte mobile Counter-sUAS-Lösung für den taktischen Einsatz. Dies geht aus einer heute veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens hervor. Das System kombiniert Walaris zufolge die im Einsatz bewährte KI-Software Walaris AirScout mit marktführenden Hochleistungssensoren, um ein besonders leistungsfähiges und benutzerfreundliches mobiles C-UAS-System bereitzustellen.
Die AirScout-Software ist einer auf den 16. März 2023 datierten Pressemitteilung der Hensoldt-Tochter ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH zufolge auch Bestandteil des Drohnenabwehrsystems GUARDION, welche in der Bundeswehr unter der Bezeichnung „Abwehrsystem gegen unbemannte Luftfahrzeuge“ – kurz ASUL – eingeführt wurde. Auf Nachfrage bestätigte ein Vertreter von Walaris zudem, dass AirScout auch in ein Drohenabwehrsystem von DefSecIntel integriert ist, welches in der Ukraine erfolgreich im Einsatz ist.
Kernstück von AirScout ist ein proprietär von Walaris trainiertes neuronales Netz, welches eine zuverlässige Detektion und Klassifikation von Drohnenzielen ermöglicht. Die Software ermöglicht nach Angaben von Walaris die Fusion einer Vielzahl von Sensoren, was es möglich macht, das System modular an verschiedene Bedrohungsszenarien anzupassen.
Auf der nächste Woche in Nürnberg stattfindenden Enforce Tac 2025 wird das System in einer Beispielkonfiguration mit dem Kamerasystem Vision Flex von OpenWorks und dem Radarsystem EchoGuard von Echodyne gezeigt. Der Walaris-PM zufolge zeichnet sich diese Kombination durch außergewöhnliche Leistung aus und ist speziell auf militärische Anforderungen zugeschnitten. Weiterhin soll die Lösung durch seine Modularität flexibel auf die Bedürfnisse der Truppe anpassbar sein.
Mittels des Gesamtsystems soll es möglich sein, Drohnen sowohl tagsüber als auch nachts auf eine Entfernung von bis zu 1.500 Metern zu detektieren. Die Klassifikationsentfernung wird mit 550 Metern angegeben. „Als Edge-Lösung benötigt AirScout keine Netzanbindung zur Ausführung der KI, was es zu einer flexiblen und taktisch einsetzbaren Lösung macht“, schreibt das Unternehmen.
Waldemar Geiger